Visual Analysis – ein Überblick

Das Management Reporting wird für die innerbetriebliche Bereitstellung von (Betriebs-) Informationen und die Unterstützung von Entscheidungsprozessen benötigt. Bevor die immer größer werdenden Datenmengen zu Informationen werden, müssen diese teilweise in komplexen Mapping-Prozessen aufbereitet werden. Die Darstellung der Informationen ist sehr wichtig und sollte an die menschlichen Fähigkeiten, Informationen aufzugnehmen und zu verarbeiten, angepasst sein. Visuelle Unterstützung macht die Nutzung von Management Reports für Anwender leichter, steigert die Effizienz der Datennutzung und führt so zu besseren Entscheidungen.

Die Visualisierung von Daten steht für „die Umwandlung von Daten in eine visuelle Darstellung sowie deren Präsentation mit dem Ziel einer leichteren Erfassung und eines besseren Verständnisses […].“ (Bassler 2010, S.34)

 

Bei Visual Analysis geht es darum, diese Umwandlung iterativ so zu verbessern, dass der Nutzen der Daten maximiert wird. Der Nutzer soll einen möglichst genauen Überblick über Verbindungen, Abhängigkeiten und andere Einflüssen haben. Das Ziel ist eine höhere Entscheidungseffizienz und -qualität mit Hilfe von interaktiven Reports und Dashboards. Ein weiterer Begriff in diesem Umfeld ist „Visual Analytics“. Visual Analytics ergänzt Visual Analysis um die Nutzung automatisierter Analysetechniken mit dem Fokus auf maschinelle Datenverarbeitung.

 

 

Da 70% der Wahrnehmungsfähigkeiten des Menschen durch das Sehen erzeugt werden, ist gutes Informationsdesign wichtig. Die Art der Visualisierung  muss entsprechend der Daten und der Aufgabe gewählt und entworfen werden. Dafür bieten die International Business Communication Standards (IBCS) u.a. mit dem Regelwerk SUCCESS einen konzeptionellen Leitfaden und praktische Anwendungsfälle für das Informationsdesign.

SUCCESS Rules nach Hichert

 

Bei Management Reports wird zwischen verschieden Berichtsarten unterschieden. Bei Berichten unterscheidet man zwischen Standardreports, die regelmäßig erstellt werden, Abweichungsberichten im Zuge einer Abweichungsanalyse und Bedarfsberichten, die auf spezielle Anfragen hin entworfen werden.

 

Visualisierung ist vor allem bei Abweichungs- und Bedarfsberichten von Bedeutung, da dort hauptsächlich steuerungsrelevante Sachverhalte vorliegen. Standardberichte müssen regelmäßig erstellt werden. Diese Anforderung bringt auch eine Automatisierung der Erstellung und teilweise auch Verteilung mit sich. Botschaften, die  im Management Reporting enthalten sein sollten, lassen sich aber nur schwer automatisch visuell erstellen.

 

Das Management Reporting stellt einen Informationsfluss zwischen den Erstellern und Nutzern dar. Die Erstellung eines Management Reports soll für die Informationsversorgung sorgen und Steuerungsmaßnahmen auslösen. Die Ersteller sind  häufig im Controlling zu finden, Nutzer sind die Führungskräfte des Unternehmens. Dass es dabei wichtig ist, die Daten gut zu visualisieren scheint den Controllern bewusst zu sein, denn die  Visualisierungskompetenz zählt zu den häufigsten genannten Weiterbildungsbedarfen. (vgl. Kellner-Lewandowsky 2013, S. 41)

 

So wird sich die Rolle von Controllern im Unternehmen zunehmend in Richtung Business Partner entwickeln, wodurch sich Aufgaben verlagern und ein stärkerer Fokus auf Analyse, Kommentierung und Beratung auf Basis der Berichte gelegt wird.

 

Auch unter den Führungskräften ist die Visualisierung von Daten ein Thema. Eine Umfrage ergab, dass 99% der Führungskräfte noch ein Verbesserungspotential im Management Reporting sehen. 60%  glauben, dass sich eine Verbesserung direkt auf den Geschäftserfolg auswirken wird (vgl. Deloitte 2013, S. 4).

 

Es gibt Statistiken, die den Erfolg interaktiver Datenvisualisierungen belegen, wie zum Beispiel die Studie der Aberdeen Group (Aberdeen Group, 2014). Diese zeigt auf, dass die Zufriedenheit der Nutzer gestiegen ist, die Geschwindigkeit von Entscheidungen verbessert und auch das Vertrauen in die Daten verbessert wurde.

 

Für das Controlling bedeutet das, dass sie in Zukunft durch eine kleinere Anzahl dynamisch visueller Berichte dem gestiegenen Effizienz- und Zeitdruck trotzen können, da deren Informationsdichte höher ist als bei statischen Berichten. Mit Hilfe von Visual Analysis und Data Discovery Software lässt sich das Management Reporting so erfolgreicher in den Fachbereichen umsetzen.

 

 

Autoren: Jekatherina Fischer (Senior Consultant, avantum consult AG), Andreas Engelke (Manager, avantum consult AG)

 

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Quellen:

 

Aberdeen Group (2014): Interactive Data Visualization: The age of „look but don’t touch“

is over. [WWW], http://www.aberdeen.com/research/8847/rr-interactive-datavisualization/content.aspx  [Zugriff am 31.3.2015] ] (Letzte Änderung am 20.5.2014)

 

Bassler, Anna (2010): Die Visualisierung von Daten im Controlling. Dissertation an der Universität der Bundeswehr München, München

 

Deloitte Consulting GmbH (2013): Top management reporting. Results from a European

survey, http://www.deloitte.com/assets/Dcom-Germany/Local%20Assets/Documents/18_Growth%20Platforms/Finance%20Transformation/Summary%20Results_Deloitte%20Management%20Reporting%20Survey_2013.pdf [Zugriff am 28.2.2015] (Letzte Änderung im März 2013)

 

Kellner-Lewandowsky, Marion (2013): Soft-Skills – soziale und persönliche Kompetenzanforderungen an Controller. In: Klein, Andreas (Hrsg.): Der Controlling-Berater: Band 28: Controller’s Performance. Mit welchen Skills Sie überzeugen. Freiburg, S. 19 - 44

 

Weiterführende Links:

 

https://www.avantum.de/loesungen/praesentation-und-design/

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