Ringdiagramm

Abb. 1: Klassisches Ringdiagramm
Abb. 1: Klassisches Ringdiagramm

Das Ringdiagramm ist eine Sonderform des Kreisdiagramms. Diese Form der Visualisierung findet meist dann Verwendung, wenn die Anteile mehrere Gruppierungen (beispielsweise Produktgruppen eines Unternehmens oder Umsätze nach Region) an einem Ganzen dargestellt werden soll. Dabei werden die Gruppierungen durch einzelne Segmente eines Ringes abgebildet.

Anwendung:

  • Darstellung von zwei oder mehr Anteilen
  • Typische Kategorien sind Länder, Produkte, Mitarbeiter usw.

 

 

Vorteile:                         

  • Eine oder mehrere Datenreihen können dargestellt werden
  • In fast allen Visualisierungstools verfügbar
  • Einfach zu erstellen und zu verstehen

Nachteile:

  • Null-Werte bzw. negative Werte können nicht dargestellt werden
  • Mehr als sieben Kategorien pro Datenreihe wirken verwirrend
  • Nur eine Datenreihe oder Spalte kann per Ring dargestellt werden
  • Nicht geeignet, um einen Vergleich mit mehreren Kreisdiagrammen darzustellen
  • Aufgrund der Kreisform sind Ringdiagramme nicht ganz einfach zu lesen, besonders, wenn mehrere Datenreihen dargestellt werden

 

 

 

 

 


Weitere Varianten des Ringdiagramms:

Kreisdiagramm: 

Abb. 2: Kreisdiagramm
Abb. 2: Kreisdiagramm

Kreisdiagramme werden ebenfalls für die Darstellung von Verteilungen und Anteilen verwendet. Sie sind in Kreissektoren eingeteilt und jeder Kreissektor stellt einen Teil der Summe dar.

Explodierte Darstellung:

Abb. 3: Explodiertes Ringdiagramm
Abb. 3: Explodiertes Ringdiagramm

Explodierte Ringdiagramme zeigen die Verteilung der Einzelwerte im Verhältnis zum Gesamtwert mit Hervorhebung von Einzelwerten an. Sie können mehrere Datenreihen enthalten.

Tipps:

  • Nicht mehr als sieben Kategorien wählen
  • Kleine Teilwerte zu einem „Sonstige“-Wert zusammenfassen
  • Gängige Farben (RGB) verwenden
  • Die offene Fläche in der Mitte des Diagrammes kann für Kommentare verwendet werden

 

Autor: Anastasios Melemenis, Consultant avantum consult AG

 

 

 

 

Netzdiagramm (Radar Chart)

Abb. 1: Netzdiagramm mit verschiedenfarbigen Linien
Abb. 1: Netzdiagramm mit verschiedenfarbigen Linien

Ein Netzdiagramm ist die grafische Darstellung von Werten mehrerer gleichwertiger Kategorien. Es fungiert als ein Vergleichsdiagramm mit einer kreis- oder sternförmigen Anordnung und eignet sich besonders für Evaluationen auf Basis zuvor definierter Kriterien.

 

Für alle Achsen des Netzdiagramms muss die gleiche Orientierung gelten: Die tendenziell besseren Werte liegen entweder einheitlich im Zentrum oder alternativ dezentral an den äußeren Enden der Achsen.

Anwendung:

 

  • Darstellung der Bewertung je Kategorie
  • Abbildung der Zusammenhänge von Faktoren
  • Visualisierung und Analyse von Soll-ist-Abweichungen oder Abweichungen im Zeitverlauf 

Vorteile:

  • Schneller Überblick über Bewertungskriterien und Zusammenhänge
  • Begrenzter Interpretationsaufwand
  • Schnelle, deutliche Erkennbarkeit von Abweichungen

Nachteile:

  • Verfügbarkeit in Visualisierungstools begrenzt
  • Gefahr der Überfrachtung durch zu viele Kategorien
  • Gefahr der Beeinträchtigung der Lesbarkeit durch unzweckmäßige Farbwahl

Abb. 2: Netzdiagramm mit farbigen Flächen
Abb. 2: Netzdiagramm mit farbigen Flächen

Tipps:

  • Verwendung von mindestens 3 Kategorien für eine geeignete Darstellbarkeit
  • Verwendung von maximal 10 Kategorien für eine gute Übersichtlichkeit
  • Verwendung von 5 bis 7 Kategorien bzw. Achsen für eine optimale quantitative Wahrnehmung
  • Verwendung eindeutig abgrenzbarer Farben für Linien und Flächen

  

 

Quellen:

 

http://www.methode.de/am/di/amdi05.htm

https://www.controllingportal.de/Fachinfo/Excel-Tipps/Excel-Diagramme/Netz-Diagramm-mit-Datenpunkten.html

 

 

Flächendiagramm (Area Chart)

Abb. 1: Flächendiagramm mit gestapelten Flächen
Abb. 1: Flächendiagramm mit gestapelten Flächen

Ein Flächendiagramm stellt die zeitliche Entwicklung quantitativer Daten bzw. Mengen grafisch dar. Dabei werden meist die Anteile von zwei oder mehreren Datenreihen/Mengen (hier: Umsatz Hamburg, Umsatz Berlin und Umsatz München) mit einander verglichen, indem ihr Anteil an der Summe (hier: Gesamtumsatz) im Zeitverlauf betrachtet wird. Die Darstellung der Anteile erfolgt in der Regel in Form von gestapelten Flächen entlang gleichmäßiger Zeitintervalle. Durch eine Färbung oder Schraffur der Bereiche zwischen Linienverlauf und x-Achse (Zeitverlauf) und den Bereichen zwischen den einzelnen Linienverläufen der Datenreihen werden quantitative Unterschiede und Entwicklungen im Zeitverlauf erkennbar.  

Anwendung:

  • Darstellung der Anteile in Bezug zu einer Kennzahl
  • Anzeigen von Trends und Entwicklungen
  • Visualisierung von Höchst- und Tiefstwerten und der Bewegung zwischen den Datenpunkten

Vorteile:

  • Schneller Überblick über Anteile der Datenreihen an der Gesamtsumme
  • Betrachtung der Zusammensetzung im Zeitverlauf
  • Schnelle, deutliche Erkennbarkeit von Abweichungen
  • Möglichkeit von Trendvisualisierungen
  • Verfügbarkeit in nahezu allen Visualisierungstools

Nachteile:

  • Anzahl darzustellender Datenreihen methodisch begrenzt
  • Gefahr der Überfrachtung durch zu viele Datenreihen
  • Gefahr der Beeinträchtigung der Lesbarkeit durch unzweckmäßige Farb- und /oder Texturwahl

Weitere Varianten des Flächendiagramms

Abb. 2: Flächendiagramm mit prozentual gestapelten Flächen
Abb. 2: Flächendiagramm mit prozentual gestapelten Flächen

Im Gegensatz zu der verbreiteten Variante gestapelte Flächen wird bei prozentual gestapelten Flächen stets die gesamte Diagrammfläche abgedeckt. Das Hauptaugenmerk liegt hier auf dem Vergleich der prozentualen Anteile.

Abb. 3: Flächendiagramm mit glattem Bereich
Abb. 3: Flächendiagramm mit glattem Bereich

Bei der Variante des glatten Bereichs sind die Datenpunkte durch eine geglättete Linie statt durch eine reguläre Linie verbunden. Diese Darstellungsvariante unterscheidet sich dementsprechend von der Variante gestapelten Flächen durch den Verbindungstyp der einzelnen Datenpunkte. 


Tipps:

  • Bereiche zwischen der Abszisse (x-Achse) und den jeweiligen Datenreihen mit unterschiedlichen Farben, Texturen und Schraffuren betonen
  • Farben und Muster so wählen, dass sich die Flächen visuell deutlich voneinander unterscheiden

 

Quellen:

 

http://support.minitab.com/de-de/minitab/17/topic-library/basic-statistics-and-graphs/graphs/graphs-of-time-series/area-graphs/create-an-area-graph-split-across-panels/

https://technet.microsoft.com/de-de/library/ms159211(v=sql.100).aspx

http://www.filemaker.com/help/12/fmp/de/html/create_chart.12.2.html

 

Autor: Sebastian Klein, Manager avantum consult AG

Balkendiagramme

Balkendiagrammen werden zur Darstellung der Daten in Form von gleich breiten Balken verwendet, von denen jeder für eine bestimmte Kategorie steht. Kategorien können bspw. eine geografische Einteilung oder die Produktgruppen eines Unternehmens sein. Die Höhe jedes Balkens ist proportional zu einer bestimmten Aggregation, z. B. zur Summe des Absatzes in der dazugehörigen Filiale.

 

Klassisches Balkendiagramm
Klassisches Balkendiagramm

 

Anwendung

  • Darstellung verschiedener Kategorien in Bezug zu einer Kennzahl
  • Anzeigen von Trends und Entwicklungen
  • Typische Kategorien sind Produktgruppen, Mitarbeiter, Kunden, Länder, etc.

Vorteile

  • Zusammenhänge zwischen zwei oder mehr Kategorien können dargestellt werden
  • Einfach zu erstellen und zu verstehen (weit verbreitete Nutzung)
  • Jede Kategorie kann im Zeitverlauf betrachtet werden
  • Relationen zwischen verschiedenen Kategorien können angezeigt werden
  • Darstellung positiver und negativer Werte
  • Schnelle/Leichte Erkennbarkeit von Veränderungen
  • in fast allen Visualisierungstools verfügbar

Nachteile

  • Die Darstellung zu vieler Balken erschwert die Interpretation
  • Daher können große Datenmengen nicht übersichtlich dargestellt werden
  • bei einer hohen Varianz in den dargestellten Zahlen ist der Platzbedarf bei gleicher Skalierung sehr groß
  • bei einer uneinheitlichen Skalierung hingegen werden Aussagen verfälscht
  • Ursachen und Effekte können nicht mit aufgezeigt werden

Varianten

 

Gestapeltes Balkendiagramm
Gestapeltes Balkendiagramm
Balkendiagramm mit Abweichungen
Balkendiagramm mit Abweichungen

Gestapelte Balkendiagramme können eine weitere Dimension darstellen (z.B. die Unterteilung des

Gesamtabsatzes je Filiale auf die einzelnen Produktgruppen).

Balkendiagramme mit Abweichung können ebenfalls eine Dimension mehr darstellen und werden typischerweise zur Visualisierung von Plan-Ist-Vergleichen verwendet.

 


Tipps:

  • Maximal 15 Balken verwenden
  • Maximal 10 Balken bei Kombinationen mit Abweichungsdiagrammen
  • Jeder Balken maximal 1 cm breit
  • Mehrere Diagramme statt gestapelte Darstellung verwenden
  • Es ist auf dieselbe Skalierung der Balken zu achten

Autor: Sebastian Klein, Manager avantum consult

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Visual Analysis – ein Überblick

Das Management Reporting wird für die innerbetriebliche Bereitstellung von (Betriebs-) Informationen und die Unterstützung von Entscheidungsprozessen benötigt. Bevor die immer größer werdenden Datenmengen zu Informationen werden, müssen diese teilweise in komplexen Mapping-Prozessen aufbereitet werden. Die Darstellung der Informationen ist sehr wichtig und sollte an die menschlichen Fähigkeiten, Informationen aufzugnehmen und zu verarbeiten, angepasst sein. Visuelle Unterstützung macht die Nutzung von Management Reports für Anwender leichter, steigert die Effizienz der Datennutzung und führt so zu besseren Entscheidungen.

Die Visualisierung von Daten steht für „die Umwandlung von Daten in eine visuelle Darstellung sowie deren Präsentation mit dem Ziel einer leichteren Erfassung und eines besseren Verständnisses […].“ (Bassler 2010, S.34)

 

Bei Visual Analysis geht es darum, diese Umwandlung iterativ so zu verbessern, dass der Nutzen der Daten maximiert wird. Der Nutzer soll einen möglichst genauen Überblick über Verbindungen, Abhängigkeiten und andere Einflüssen haben. Das Ziel ist eine höhere Entscheidungseffizienz und -qualität mit Hilfe von interaktiven Reports und Dashboards. Ein weiterer Begriff in diesem Umfeld ist „Visual Analytics“. Visual Analytics ergänzt Visual Analysis um die Nutzung automatisierter Analysetechniken mit dem Fokus auf maschinelle Datenverarbeitung.

 

 

Da 70% der Wahrnehmungsfähigkeiten des Menschen durch das Sehen erzeugt werden, ist gutes Informationsdesign wichtig. Die Art der Visualisierung  muss entsprechend der Daten und der Aufgabe gewählt und entworfen werden. Dafür bieten die International Business Communication Standards (IBCS) u.a. mit dem Regelwerk SUCCESS einen konzeptionellen Leitfaden und praktische Anwendungsfälle für das Informationsdesign.

SUCCESS Rules nach Hichert

 

Bei Management Reports wird zwischen verschieden Berichtsarten unterschieden. Bei Berichten unterscheidet man zwischen Standardreports, die regelmäßig erstellt werden, Abweichungsberichten im Zuge einer Abweichungsanalyse und Bedarfsberichten, die auf spezielle Anfragen hin entworfen werden.

 

Visualisierung ist vor allem bei Abweichungs- und Bedarfsberichten von Bedeutung, da dort hauptsächlich steuerungsrelevante Sachverhalte vorliegen. Standardberichte müssen regelmäßig erstellt werden. Diese Anforderung bringt auch eine Automatisierung der Erstellung und teilweise auch Verteilung mit sich. Botschaften, die  im Management Reporting enthalten sein sollten, lassen sich aber nur schwer automatisch visuell erstellen.

 

Das Management Reporting stellt einen Informationsfluss zwischen den Erstellern und Nutzern dar. Die Erstellung eines Management Reports soll für die Informationsversorgung sorgen und Steuerungsmaßnahmen auslösen. Die Ersteller sind  häufig im Controlling zu finden, Nutzer sind die Führungskräfte des Unternehmens. Dass es dabei wichtig ist, die Daten gut zu visualisieren scheint den Controllern bewusst zu sein, denn die  Visualisierungskompetenz zählt zu den häufigsten genannten Weiterbildungsbedarfen. (vgl. Kellner-Lewandowsky 2013, S. 41)

 

So wird sich die Rolle von Controllern im Unternehmen zunehmend in Richtung Business Partner entwickeln, wodurch sich Aufgaben verlagern und ein stärkerer Fokus auf Analyse, Kommentierung und Beratung auf Basis der Berichte gelegt wird.

 

Auch unter den Führungskräften ist die Visualisierung von Daten ein Thema. Eine Umfrage ergab, dass 99% der Führungskräfte noch ein Verbesserungspotential im Management Reporting sehen. 60%  glauben, dass sich eine Verbesserung direkt auf den Geschäftserfolg auswirken wird (vgl. Deloitte 2013, S. 4).

 

Es gibt Statistiken, die den Erfolg interaktiver Datenvisualisierungen belegen, wie zum Beispiel die Studie der Aberdeen Group (Aberdeen Group, 2014). Diese zeigt auf, dass die Zufriedenheit der Nutzer gestiegen ist, die Geschwindigkeit von Entscheidungen verbessert und auch das Vertrauen in die Daten verbessert wurde.

 

Für das Controlling bedeutet das, dass sie in Zukunft durch eine kleinere Anzahl dynamisch visueller Berichte dem gestiegenen Effizienz- und Zeitdruck trotzen können, da deren Informationsdichte höher ist als bei statischen Berichten. Mit Hilfe von Visual Analysis und Data Discovery Software lässt sich das Management Reporting so erfolgreicher in den Fachbereichen umsetzen.

 

 

Autoren: Jekatherina Fischer (Senior Consultant, avantum consult AG), Andreas Engelke (Manager, avantum consult AG)

 

Mehr zum Thema


Quellen:

 

Aberdeen Group (2014): Interactive Data Visualization: The age of „look but don’t touch“

is over. [WWW], http://www.aberdeen.com/research/8847/rr-interactive-datavisualization/content.aspx  [Zugriff am 31.3.2015] ] (Letzte Änderung am 20.5.2014)

 

Bassler, Anna (2010): Die Visualisierung von Daten im Controlling. Dissertation an der Universität der Bundeswehr München, München

 

Deloitte Consulting GmbH (2013): Top management reporting. Results from a European

survey, http://www.deloitte.com/assets/Dcom-Germany/Local%20Assets/Documents/18_Growth%20Platforms/Finance%20Transformation/Summary%20Results_Deloitte%20Management%20Reporting%20Survey_2013.pdf [Zugriff am 28.2.2015] (Letzte Änderung im März 2013)

 

Kellner-Lewandowsky, Marion (2013): Soft-Skills – soziale und persönliche Kompetenzanforderungen an Controller. In: Klein, Andreas (Hrsg.): Der Controlling-Berater: Band 28: Controller’s Performance. Mit welchen Skills Sie überzeugen. Freiburg, S. 19 - 44

 

Weiterführende Links:

 

https://www.avantum.de/loesungen/praesentation-und-design/

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